Kritische Sozialphilosophie


Der WIDERSPRUCH wurde 1981 von Dozenten, Doktoranden und Studenten der LMU München als halbjährliche Zeitschrift gegründet und bis 2025 von der „Münchner Gesellschaft für dialektische Philosophie e.V.“ herausgegeben. Er besteht seither als Online-Organ kritischer Sozialphilosophie.

Ziele und Konzept:

Philosophie, die nicht Selbstzweck ist, versteht sich als kritische Reflexion ihrer Gegenwart. Sie erschöpft sich nicht in der Pflege der Tradition, sondern stellt sich die Aufgabe, aus der Erkenntnis der Widersprüche und der Kämpfe ihrer Zeit begründete Orientierungen zu entwickeln.

Trotz aller sozialstaatlichen und ökologischen Korrekturen gefährdet das kapitalistische Wirtschaftswachstum die natürlichen Lebensgrundlagen der Gesellschaften. Die Unterordnung der Wissenschaften und der neuen Technologien unter das Gesetz des Privateigentums und der Gewinnmaximierung entfaltet zunehmend ein Destruktionspotential, das mit seinen militärischen wie zivilen Auswirkungen die Menschheit bedroht. Die verschärfte Konkurrenz auf den Märkten sowie die fortgesetzte Ausbeutung des Globalen Südens erzeugen immer mehr Spannungen und Krisen, deren Folgen mit dem Fortbestehen der Zivilisation nicht vereinbar sind.

Zur gleichen Zeit befinden sich die sozialen Bewegungen weltweit in der Defensive; emanzipatorische und ökologische Praktiken sind einer „Realpolitik“ gewichen, die zunehmend den Charakter einer scheinbaren „Schadensabwicklung“ und „Schadensbegrenzung“ annimmt.

Der WIDERSPRUCH will einen fruchtbaren Streit um diese Probleme. Statt durch Verpflichtung auf einen Konsens hat die Zeitschrift das Ziel, im offenen Diskurs die Kluft zwischen den Ergebnissen kritischer Wissenschaften und philosophischen Konzeptionen zu überwinden.

Wir wenden uns über Philosoph:innen hinaus an alle, die an der theoretischen Diskussion und der praktischen Veränderung der politischen, sozialen und ökonomischen Verhältnisse interessiert sind.

Der WIDERSPRUCH veröffentlicht dazu regelmäßig Rezensionen wichtiger Neuerscheinungen, Artikel zu aktuellen Themen und Debatten, Berichte und Glossen sowie Gespräche und Beiträge zur „Münchner Philosophie“.